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Phantom der Oper

Gestern waren wir in Essen im Colosseum und haben uns das Phantom der Oper angesehen.

Ich bin immer noch hin und weg und in Gedanken gefangen von den Bildern und der Musik. Sie ging durch und duch und die ersten Minuten mußte ich ernsthaft gegen Tränen kämpfen, weil ich so überwältigt war. Es ging einfach ins Blut, riss einen mit wie man schon lange nicht mehr mitgerissen wurde.

Alles war perfekt, das Bühnenbild, das Orchester, die Schauspieler, die Kostüme!

Als es Zeit für die Pause war, brauchte ich wirklich eine Weile um wieder zurück in diese Welt zu kommen, zurück zu finden in das Theater, mich zu orientieren und dann den Weg zum WC zu suchen

Ich bin jetzt noch wie im Traum wenn ich an die Vorstellung denke.

Im Vorfeld dachte ich "hoffentlich komme ich auch damit klar, dass die deutsch singen" - was dann aber gar kein Problem war. Ich hatte die englische CD zu Weihnachten 2005 geschenkt bekommen - von meinem Liebsten - und dazu den Gutschein für einen Musical-Besuch. Die CD habe ich seit dem sehr oft gehört und war von daher auf den englischen Text geprägt - aber auf deutsch war es auch wundervoll.

Ich würde fast sagen, "the phantom of the opera is here - inside my mind" - ich hoffe da bleibt es auch noch eine Weile, denn es fühlt sich gut an.

Schade nur, dass es so teuer ist - sonst würde ich gleich nochmal hinein wollen. Aber gut, es geht billiger ... wir saßen 6 Reihe in der Mitte. Ein wundervoller Platz, wie ich sagen muss.

 

Ich denke heute träume ich noch weiter von dem wundervollen Abend gestern und lasse mich von Zeit zu Zeit zurück in diese wunderbare Phantomwelt ziehen, das Kribbeln auf meiner Haut ist so schön - man muss es genießen! 

9.10.06 07:12, kommentieren

Immer noch das Phantom

Ich will zurück. Ich will noch mal in dieser Inszenierung versinken, noch einmal das Bühnenbild bewundern, die Charakteren aufsaugen, mich an ihnen satt sehen. Sie waren so perfekt! Ich muss noch einmal nachsehen wie sie alle hießen. Besonders das Phantom war nur genial! Er hat die Rolle wirklich so überzeugend gespielt.

Ich weiß nicht ... es erscheint mir eine tonnenschwere Last nicht noch einmal die Aufführung sehen zu können - mit genau diesen Schauspielern. Ich könnte verzweifeln, wenn ich daran denke. Es schmerzt nahezu am ganzen Körper ... wie kann man nur so aghängig werden? Nur weil man einmal eine bestimmte Menschengruppe hat eine Geschichte spielen sehen, die einen so in den Bann gezogen hat, dass man in der Pause erst einmal verwirrt war wo man ist und was das jetzt soll und wo die ganzen Menschen hin sind ... wo ist Raoul? Wo das Phantom? Und Christine?

 

 

So verwirrt ... ein so zerrissenes Gefühl! 

10.10.06 08:08, kommentieren

Nachtrag

Jetzt habe ich die Besetzung:

Das Phantom war genial gespielt von Christian Alexander Müller. Er war einfach nur grandios! Sein Blick, seine Gesten, seine Stimme! Ein Phantom wie man nur von ihm träumen kann!

Beatrix Reiterer spielte die Christine und war dabei wundervoll ... sehr hübsch, eine tolle Stimme und perfekt in der leicht naiven und verunsicherten Rolle. 

Nikolaj Alexander Bruckner der einen sehr charmanten Vicomte de Chagny gespielt hat ... auch mit einer bezaubernden Stimme und dazu einem verdammt finnischen Gesicht (was mich sehr gefreut hat). Da hätte ich auch wegschmelzen können.

Ebenfalls perfekt besetzt erschienen mir Lara Camille Glew als Meg Giry und ihre Mutter ... da finde ich nur den echten Namen nicht, auf der Phantomseite scheint mir eine andere Besetzung zu stehen.

 

 

Ich will euch alle wiedersehen in euren Rollen *seufz* Ihr habt mir einen wundervollen Abend beschert, nur jetzt seit ihr in meinem Kopf wie das Phantom es bei Christine ist und ich komme irgendwie nicht so ganz damit klar *g*. Ihr verwirrt mich.  

1 Kommentar 10.10.06 08:17, kommentieren

komische Stimmung

Und ich weiß nicht recht warum. Okay ... ich weiß es im Ansatz. So ein wiederkehrendes, monatlilches Übel.

Aber mit diesen Auswirkungen kenne ich es nicht. Ich habe Gedanken und Gefühl wie ich sie das letzte Mal mit 14 hatte. Ich fühle mich, als wenn ich mit der Welt nicht klar kommen würde. Sie ist kalt und entzaubert, birgt keine Geheimnisse oder phantastische Wahrheiten. Nur nüchterne Fakten und Klarheit.

Das Schlimme ist, dass dieses dumme Musical - entschuldige oh großes Phantom ... dein Musical ist wunderschön und hat mich leider mit in diese Phase gebracht. Wo ist mein Phantom?

Schatz, du hast doch schon eins.

Nein, das ist mein Raoul - der zum Phantom werden kann, wenn ich es mag.

Aber wo ist die Musik?

Wo ist das Geheimnis? 

Wo ist die Leidenschaft für etwas?

Aber hast du keine Leidenschaft?

Doch, habe ich. Er auch.

Bist du denn unzufrieden?

Wenn man davon absieht, dass wir zu wenig Geld haben und es mich nervt, dass wir nicht mit der Wohnung vorankommen und überall die Kisten stehen, bin ich zufrieden.

Was ist also los?

Mein Herz schmerzt.

Warum?

Ich weiß es nicht ...

Vermisst du deine Eltern und das Leben mit ihnen?

Nein ... überraschender Weise. Ich habe zum Einen keine Zeit dazu und zum Anderen gefällt es mir mit ihm so gut - auch wenn wir manchmal nicht einer Meinung sind und ein wenig rumzicken.

Also, warum?

Vielleicht weil ich mich gerade nicht entfalten kann? Ich kann nicht lesen, nicht malen, nicht schreiben. Immer nur den alltäglichen Betrieb am Laufen halten und hoffen, dass noch Zeit für die Wohnung bliebt.

Das klingt einleuchtend, das hattest du doch schon einmal. Du mußt deine kreativen Ideen ausleben, sonst gehst du ein, wie damals, bei Holger. Weißt du noch? Am Ende warst du leer und ausgebrannt, deine Ideen hatten so wenig Raum, dass sie sich in die hinterste Ecke deines Selbst gezogen haben und sich versteckten, bis er weg war.

Ja, das stimmt. Vielleicht sehne ich mich deshalb nach dem Phantom. Weil es das Ausleben der Ideen ist, der Leidenschaft und der verzauberten Welt, die in einem steckt.

Also gibt es doch nicht nur nüchterne Fakten?

Nein, in meinem Inneren gibt es so viel mehr ... aber es ist eben nur innen. Es dreht sich im Kreis und wird immer größer, will aus mir raus und in die Welt. Aber da ist kein Ventil. Es wird größer und größer und redet mir jetzt ein die Welt müßte wie mein Innerstes sein! Wild, verträumt, verzaubert, voller Leidenschaften und Geheimnissen, mit Phantomen, Begierde, Musik und Farben, wallenden Kostümen und der Möglichkeit zu schweben.

Und wie kann es raus?

Ich weiß nicht. Das ist ja so frustrierend. Malen kann ich das nicht. Und es zu schreiben, das traue ich mich nicht. Und vor allem: Von wem soll ich die Zeit nehmen, wenn ich sie nicht habe?

Das weiß ich auch nicht ... wenn du die Zeit nicht jetzt hast ... wie wäre es, wenn du mehr Energie darein steckst sie zu bekommen?

Du meinst, die Wohnung fertig machen, auch mal zu Dingen "nein" sagen und ein Wochenende nicht als Ausspannen zu sehen - auch wenn ich es wirklich nötig habe - sondern als "hau rein!"?

Ja

*zieht tief die Luft ein* Das wäre vielleicht richtig. Aber mein Wochenende gehört nicht mir alleine. Sondern auch ihm.

Und denkst du, dass er nicht fertig werden will?

Doch, will er.

Also, wo ist das Problem?

Wir verlieren uns in Unwichtigkeiten.

Komisch, so kenne ich dich nicht. Eigentlich bist du sehr gradlinig wenn du weißt was du willst.

Ja, eigentlich schon.

Läßt du dich von ihm anstecken?

Ja ... wenn er lieber eine Pause machen will, mache ich auch eine und weise nicht darauf hin wenn sie immer länger und länger wird. Und ich wehre ihn nicht immer ab wenn ich eigentlich beschäftigt bin.

Warum brichst du die Pause nicht einfach ab?

Weil ich kaputt bin

Bist du das nicht immer?

Ja

Also!

Okay ... okay ... ab morgen ... hm ... übermorgen

Wieso nicht heute?

Weil wir heute doch in die Stadt gehen. Und morgen ruft IKEA.

Und nach der Stadt, nach IKEA?

Bin ich wieder erschöpft.

Dann ignorier das doch mal, sonst wird das nie was

Okay

Nicht sehr überzeugend

Okay!

Hm ... na ich bin gespannt. 

1 Kommentar 11.10.06 11:45, kommentieren

aufwärts

Nachdem ich gestern Abend noch einen richtig bösen Zusammenbruch hatte und nur noch heulen konnte (aber ein Glück erst als ich zu Hause war und mein Liebster da war, vorher ging es noch) geht es mir heute besser. Ich fühle Freude in mir ... nicht mehr dieses schwarze, depressive Loch.

Und ich denke der Grund für meine Probleme ist auch klar. Hormonumstellung. Habe von der Pille zum Ring gewechselt und ich denke ich komme mit ihm eben in der Hinsicht nicht klar.

Das was mich dabei so ärgert ist: Man findet raus - ich bin depressiv. Massiv. Warum? Ring. Okay, man kennt den Grund. Aber das ändert NICHTS an der Realität und Intensität der Gefühle und der Probleme. Es ist egal, woher das Gefühl kommt, man ist in einem dunklen Loch und die Wellen der Verzweiflung drohnen einen unter Wasser zu drücken.

Um so fröhlicher bin ich, weil ich denke, dass es jetzt überstanden ist. Zumindest fühle ich mich heute sonnig. Nicht nach schwarzem Loch. Das ist doch schon mal was  

12.10.06 09:10, kommentieren

nicht real

Ich sitze schon eine Weile hier und frage mich was heute so komisch ist.

Jetzt weiß ich es.

Dieser Tag ist nicht real. Er fühlt sich nicht echt an. Es könnte genauso sein, dass ich plötzlich wach werde und feststelle, dass ich nur geschlafen habe. Es ist wohl eine Kombination aus dem Wetter -> viel Nebel und grau und meiner doch vorhandenen Müdigkeit.

 

Meine Gedanken verirren sich in Blicken. Ich will Blicke. Stumme, fordernde Blicke. Der eigenen Macht bewußt. Und ich will ihnen folgen. Um mehr dreht es sich nicht. Blicke.

 

Und nichts ist real ...

 

Nur die Verwirrung ist groß. 

13.10.06 12:58, kommentieren

soziale Inkompetenz

Das habe ich mal wieder gut gemacht ...

a) habe ich eine Freundin total falsch eingeschätzt und auch eine Aussage von ihr.

b) habe ich einen Aspekt von meinem Verständnis von Vertrauen/Partnerschaft auf sie angewendet, den sie leider ganz anders sieht. 

c) habe ich dann in einer Situationetwas auflockernd wirken wollen was dann

d) total in die Hose gegangen ist und nur noch verkrampfender wirkte.

Gut gemacht, ja, sehr gut gemacht.

Aber mal genauer.

Sie zieht einige 100km weit weg von hier. Sie wollte sich erst Arbeit suchen, hatte bisher kein Glück, dachte, dass sie das vielleicht als den Zeitpunkt sehen sollte über ihren Nachwuchs nachzudenken. Im Klartext: Sie hat die Pille abgesetzt und somit ist der Startschuss gefallen.

Ist vielleicht naiv von mir: Aber ich finde es keine intime, geheimzuhaltende Sache, wenn man plant schwanger zu werden. Es ist - wie sie schon zig mal betonte - das normalste der Welt. Also habe ich mir auch nichts dabei gedacht, als ich das z.B. meinem Schatz gesagt habe. Denn ich gehe immer so an die Sachen dran: Da ist eine Frau mit der ich mich gut verstehe und sie hat einen Mann/festen Partner (eben nicht so was wo man weiß "in 2 Monaten ist ein neuer da" - wenn ich ihr was erzähle, muss ich davon ausgehen, dass sie es ihrem Partner erzählt, wenn es etwas ist, worüber sie einfach auch noch mal mit einem anderen Menschen reden muss. Ausnahmen gibts natürlich. Zum Einen sehe ich manchmal "das geht niemanden was an" und zum Anderen sagt man das auch mal dazu und dann respektiere ich das.

Dummerweise hätte ich eine Schwangerschaft nicht dazu gezählt. Mal ehrlich: Nach ca. 6 Monaten sieht das eh jeder ...

Und es ist in meinen Augen eben was Tolles, was Schönes, was was man nicht geheim halten muss, sondern sich offen drüber freuen sollte - wie gesagt, es mag sein, dass ich da etwas naiv bin.

Jedenfalls waren wir dann zusammen ... wir 3 Freundinnen und dazu noch 2 von unseren Männern. Und man merkte: Die Eine (besagte geplant Schwangere - leider ohne ihren Mann) wurde immer stiller. Bzw. war still in dem Moment, in dem das andere Paar kam.

In meinem jugendlichen Leichtsinn rutschte mir dann ihre geplante Schwangerschaft raus - gut, das hätte bestimmt nicht sein müssen. Aber ich fühlte mich so sicher in dieser Gruppe, weil es doch Freunde waren und ich habe einen Hang zu etwas übereifrigen Aussagen. Das ist wirklich ein Fehler von mir ... ich sage schnell was und ärgere mich dann drüber.

In dem Fall also die Schwangerschaft. Noch ein Fehler. Ich habe die Aussage nicht schlimm gefunden. Okay, als der Partner der anderen Freundin immer mehr Witze drüber riss, wurde mir schon klar, dass das nicht gut war. Aber da wars zu spät.

Dass sie mir es so übel nehmen könnte, wie sie es übel nimmt - und dazu auch noch wirklich verletzt ist, habe ich nicht erwartet. Und es tut mir aufrichtig leid. Ich habe die Situation eben komplett falsch eingeschätzt.

Auch dass sie z.B. nicht meint, dass ich so was auch meinem Partner erzählen könnte. Wobei ich da eine Entschuldigung für mich habe: Ich habe ihr z.B. erzählt, dass ich meine Verhütungsmethode geändert habe und sie hat das natürlich ihrem Mann erzählt und von mir noch recht intime Details gefordert, von denen ich dann natürlich wußte, dass sie auch bei ihrem Mann landen. Den ich nicht kenne. Aber ich fand es okay. Ich vertraue ihr und wenn sie ihrem Mann in der Hinsicht vertraut, sollte ich das auch.

Na ja ... jetzt ist sie verletzt, sauer und meint, dass man mir eben keine Geheimnisse anvertrauen kann. Hätte ich gewußt, dass es ein Geheimnis ist, hätte ich es sorgsamer behütet. Jetzt habe ich es nicht. Mein Fehler, aber wie ich das wieder gutmachen soll, weiß ich auch nicht. 

23.10.06 08:23, kommentieren